SPEKTRALE 9 Archiv

Veranstaltet vom Landkreis Dahme Spreewald und der Stadt Luckau, gefördert von Kulturland Brandenburg 2020 und dem Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg

Zeitraum: 17. Mai bis 17. September 2020

Ort: Luckau, Stadtraum, Laga-Park und Kulturkirche

Das Kunstprojekt unter dem Titel „Flüchtlinge – ein zeitloses Feindbild?“will mit künstlerischen Mitteln aufzeigen, dass das Thema Migration als historische Gegebenheit nicht neu ist. Zwangsmigration, wie sie, verursacht von den Deutschen, während des Zweiten Weltkrieges und massenhaft seit 1945 ausgelöst wurde, hingegen schon. Unter Rückbezug auf die verbürgten und in ihrer Rücksichtslosigkeit wesentlich von Hitler und Stalin initiierten Vorgänge der Vertreibung und der Ausweisung großer Bevölkerungsgruppen am Ende des Zweiten Weltkrieges stehen die Vertreibung von Deutschen, Polen und Ukrainern infolge der Neuaufteilung Mittel- und Osteuropas durch die Alliierten im Mittelpunkt der künstlerischen Auseinandersetzung.

Zwischen den Ereignissen nach 1945 und berechtigten Ängsten und geschürten Befürchtungen in unserer gegenwärtigen Mehrheitsgesellschaft soll der Bogen geschlagen werden, der allgemein-grundsätzliche und Einzelerscheinungen in ihrer sozialen und zeithistorischen Differenziertheit zum Gegenstand einer durch Kunstobjekte angestoßenen gesellschaftlichen Debatte wird, die wir heute unter anderen Umständen, aber mit vergleichbaren Symptomen wieder erleben.

Welche Rolle spielt die Erinnerung der Vertriebenen heute? In welches Verhältnis werden sie zur Politik und den Verbrechen des Nationalsozialismus gebracht? Welche Verbindungen ergeben sich zum aktuellen Thema Migration und dem Umgang mit „Angstmacherei, Mythen, Halbwahrheiten und Lügen“ (Lamya Kaddor), jene irritierende Gemengelage, die häufig von einer Minderheit von Abschottungsbefürwortern, die erkennbar den öffentlichen Diskurs diktieren, zum politischen Eigennutz produziert wird. Nicht die Migration ist das Problem, sondern der Umgang damit

Kunstausstellung 9 / Künstler

Künstlerin Astrid Köppe

Berlin

Website: www.astrid­ko­eppe.blogspot.com

Lebt und arbeitet seit 2001 in Berlin und Brandenburg

VITA

1974 - geboren in Köthen / Anhalt

1992–99 - Hochschule für Bildende Künste Braunschweig

1998 - Diplom

1999 - Meisterschülerin an der Hochschule daselbst

2000 - Preisträgerin im Wettbewerb „Kunst am Wasser“, Gifhorn, 1999

2007 - Förderung durch Käthe-Dorsch-und Agnes-Straub-Stiftung

2010 - Residenzstipendium, Lost Generation Space/Goethe-Institut, Kuala Lumpur, Malaysia

2011 - Residency, Young-Eun Museum, Gwangju, Südkorea, Jahresstipendium Künstlerhaus Meinersen, Landkreis Gifthorn

2018 - Stipendium Junge Akademie, Akademie der Künste, Berlin

Luckau Objekt von Astrid Köppe

Gezeigte Arbeit

Verwurzelt - entwurzelt

Verwurzelt – Entwurzelt von Astrid Köppe

Ist das noch Naturmaterial oder schon ein Stück Architektur aus pflanzlichen Bestandteilen? Der große Wurf entpuppt sich bei näherem Hinsehen als Flechtwerk aus vielen kleinen Stücken eines unterirdisch gewachsenen Materials, das aus gekrümmten Wurzelfragmenten, gesammelt in den Wäldern bei Golßen, schnörkellos zusammengefügt, nach scheinbar organischer Vollendung strebt. Was Astrid Köppe aus zersägten Stubben und fragmentierten Bauwurzeln zu einem verschlungenen Knäuel gebündelt hat, wirkt wie eine Umwandlung ehedem elementarer Wuchskräfte. Sie vereint im wechselhaften Kräftespiel tektonischer Verfestigung und organischer Verästelung den Gegensatz zwischen Wildwuchs und gestaltetem corpus.

Künstler Roland Boden

Berlin

Webseite: www.roland­boden.de

Vita

Lebt und arbeitet in Berlin

1962 - in Dresden geboren, lebt und arbeitet in Berlin.
Schule, Abitur, Militär, Studium TU Dresden Bauingenieurwesen

1992/94 - Arbeitsstipendium der Stiftung Kulturfonds Berlin

1994/95 - Philipp-Morrisstipendium für Malerei

1998 - Arbeitsstipendium Ohio Arts Council, Cleveland/USA

2000 - Stipendium der Kulturstiftung Sachsen

2002 - Stipendium IASKA Perth / Australien

2003 - Jahresstipendium Deutsche Akademie Villa Massimo Rom (K)

2004 - Arbeitsaufenthalt in Buenos Aires / Argentinien

2005 - artist in residence APT Gallery London

2009 - Stipendium der Stiftung Kunstfonds Bonn

Auslöschung - Roland Boden

gezeigte Arbeiten

Auslöschung

Zeichnung - Roland Boden

Kriegsbedingte Vertreibung hat ein Teil von Roland Bodens Familie nach 1945 am eigenen Leib erfahren. Darum hat er das Thema zum Anlass genommen, vage oder verschüttete Erinnerungen an zurückliegende Generationen, die er nur vom Hören-Sagen und aus alten Fotografien kennt, neu zu entdecken, eine Reise zu den früheren landschaftlichen und sozialen Wurzeln seiner Familie zu unternehmen. In Vorbereitung auf die spektrale 9 ist er für zwei Tage mit der Kamera durch Schlesien gereist, um jene Orte, in denen seine Vorfahren einst gelebt haben, nach erkennbaren Spuren dieser Herkunft abzusuchen und zu fotografieren. Im Ergebnis dessen werden im LAGA-Park vier großformatige Fotografien zu sehen sein, die während der Reise in die Vergangenheit entstanden sind. Auf vier Aufstellern werden sie in künstlerischer Form dokumentieren, welche Zeichen zwischen Vergänglichkeit und Bewahrung geblieben sind. hs

Künstlerin Marietta Thier

Lübben (Spreewald)

Webseite: www.mari­et­ta­thier.de

VITA

Lebt und arbeitet in Lübben (Spreewald) und Berlin

1956 - in Oelde, Nordrhein-Westfalen geboren, lebt seit 1999 in Lübben

1978-84 - Studium der Malerei an der Universität der Künste Berlin; danach Meisterschülerin daselbst; Stipendium des Berliner Senats und der Karl-Hofer-Gesellschaft, Studienaufenthalte in London und Andalusien

seit 2005 - Lehrauftrag an der Universität in Chemnitz; zurzeit ist Marietta Thier auch Kunst- und Theaterlehrerin an der Katholischen Schule Sankt Marien in Berlin-Neukölln

Gemälde 1 von Marietta Thier

gezeigte Arbeiten

Sie wussten nicht, ob sie leben oder sterben

Im Osten kommt man zum russischen Menschen. Das ist alles so selbstverständlich. Ich kann mir aber nicht helfen, den Tschechen hier im Südosten Deutschlands finde ich keineswegs so selbstverständlich. Viel Gutes sagt man ihm nicht nach. — Feldpost Obergefreiter Thier 15484/1945

Gemälde 2 von Marietta Thier

Wir haben unser Zuhause und damit die Vertrautheit des Alltags verloren. Wir haben unseren Beruf verloren und damit das Vertrauen eingebüßt, in dieser Welt irgendwie von Nutzen zu sein. — „Wir Flüchtlinge“ Hannah Arendt/1943

„Sie wußten nicht, ob sie leben oder sterben“ sucht in Malerei und einem Schwarzweiß-Film nach den transhistorischen Ursachen für Vertreibung. Vor dem Hintergrund von Hanna Arendts Essay „Wir Flüchtlinge“ von 1943 und den Feldpostbriefen des Obergefreiten Thier (Nr. 15484) werden in einer Mischung aus Text, Ton und Bildern zwei zeitversetzte und gegenläufige Erfahrungen der „Flucht“ gegenübergestellt.

Gemälde 3 von Marietta Thier

Auf der einen Seite stehen die Erfahrungen einer jungen Frau. Gemeinsam mit ihrer Familie ist sie vor dem seit 2011 in Syrien herrschenden Krieg nach Deutschland geflohen. Ihr gegenüber stehen Eindrücke aus der Feldpost eines Wehrmachtssoldaten. 1933 war er in die NSDAP eingetreten und wurde ab 1944 als Sanitäter an der Ostfront stationiert. Seine Briefe und Photographien sind die Dokumente eines durch eine Rassen-Ideologie vorgeschriebenen Blickes, der in der Entmenschlichung des Anderen Vertreibung rechtfertigt.

Sie wussten nicht, ob sie leben oder sterben von Marietta Thier

In der Assemblage aus Feldpost, philosophischem Text, gemalter Photographie und Filmaufnahmen entstehen ästhetische Schnittstellen zwischen den beiden Einzelschicksalen. So wird die Installation zu einer Plattform, die eine unmittelbare Beziehung zwischen der Verachtung der Nationalsozialisten für die im Osten Europas lebenden Menschen als „rassisch unerwünschte“ Bevölkerung und dem Schicksal derer, die durch den Krieg in Syrien ihre Heimat verloren haben, hergestellt.

Es entsteht ein ästhetischer Raum, der die zeitlose Frage nach den Ursachen, Motiven und Konsequenzen von Vertreibung stellt: Warum raubt jemand anderen Heimat und Schutz? „Sie wußten nicht, ob sie leben oder sterben“ versucht, die ideologischen Vorstellungen, mit denen der Einzelne seine Teilnahme an der gewaltsamen Vertreibung von Millionen von Menschen rechtfertigt, künstlerisch zu sezieren und zum Nachdenken anzuregen.

Künstlerin Nele Probst

Berlin

Webseite: www.nele-probst.de

VITA

Lebt und arbeitet in Berlin

1989 bis 1993 - Studium Visuelle Kommunikation, bei Prof. Günter Slabon, Prof. Wolf Magin, Prof. Roland Fürst, Prof. Eckhard Neumann

1993 bis 1995 - Hamburg

1999 bis 2005 - künstlerische Leitung der „offenen Ateliers“ im Prenzlauer Berg, Berlin

2000/01 - Ausstellungsprojekt „167c (künstlerische Leitung), Berlin

2005 bis 2010 - Künstlerprojekt „Zur gleichen Zeit am gleichen Ort“

seit 2009 - Mitglied VBK, Berlin

2011 bis 2012 Gründung des Künstlerkonglomerats „Trockenübung“

2014 - „Zwischennutzung Schönhauser-Allee“

Lebensbaum von Nele Probst

gezeigte Arbeiten

Lebensbaum und Schiff transparent

Der Baum besteht aus den Bruchstücken eines normalen Lebens, wie es jeder Mensch auf der Welt führt. Wir erkennen Stuhlteile, ein zerbrochenes Fenster, Spielzeug, Fußbodenreste, Notschilder und Rohrstücke. Ein zerstörtes Zuhause.

Schiff transparent von Nele Probst

Bestehend aus den Fragmenten eines ganz normalen, aber nun abgerissenen und zerstörten Lebens, kommt ein Mensch (jetzt ein Flüchtling), in ein ihm fremdes Land, um dort Schutz Aufnahme und Zukunft zu finden. Er kommt in der Hoffnung, ein neues sicheres Leben führen zu können.

Wenn wir das zulassen können, Platz einräumen, Unterstützung gewähren, uns kümmern, kann so jemand „anwachsen“, neue Wurzeln bilden, sich in einem neuen Land verankern und hoffentlich weiterwachsen. Dann können sich diese Menschen in das neue Landschaftsbild, wenn auch vielleicht als fremdartig empfundene Pflanze, einfügen und die heimische Vegetation bereichern.

Diesen Baum stellte ich mir an dem Weg entlang der alten Stadtmauer vor, als Hinweis auf Zuwachs, Erweiterung und Ausdehnung. Schon immer haben sich neu zukommende Menschen an Stadtgrenzen angesiedelt, die sich dadurch „natürlich“ erweitert haben, gewachsen sind und nicht zuletzt zu Metropolen wurden. Nele Probst, März 2020

Künstlerin Birgit Knappe

Berlin/Michendorf

Webseite: www.knappe-kunst.de

VITA

Lebt und arbeitet in Berlin und Brandenburg/Michendorf

geboren in Bad Oldesloe, Schleswig-Holstein

1976 bis 1982 - Studium an der Universität der Künste Berlin. Meisterschülerin

1988 bis 1992 - Lehrauftrag für Bildhauerei und plastisches Gestalten an der UdK Berlin

1994 bis 1997 - Gastprofessur für Bildhauerei an der Humboldt-Universität Berlin

seit 1982 - freie und Auftragsarbeiten für Innen- und Außenräume

Stipendien

2001 - Stipendium Künstlerhaus Lukas (Stiftung Kulturfonds)

1997 - Gastatelier in den Tel Aviv Artist’s Studios, Israel

1994 - Atelierstipendium Ekely, Norwegen (Kultusministerium Schleswig-Holstein)

1993 - Villa-Serpentara-Stipendium, Italien (Akademie der Künste Berlin), Stipendium Künstlerhaus Selk (Land Schleswig-Holstein)

gezeigte Arbeit

Desire Lines…Wunschwege

Wunschwege von Birgit Knappe

Wunschwege sind Zeugen von Bewegungen im Stadt- oder Landschaftsraum. Sie zeigen den “natürlichen”, direktesten Weg zu einem gewünschten Ziel – von vielen Menschen als solcher erkannt, gewählt und ausgetreten – abseits von offiziell vorgesehenen Wegeführungen.

Alle Benutzer verfolgen auf diesen Wegen das gleiche Ziel. Wir finden sie überall: in Städten, Parks, freier Landschaft, als inoffizielle Verbindung zwischen Orten, über Grenzen hinweg. Es gab sie zu allen Zeiten. Mittlerweile gibt es historische und urbanistische Untersuchungen dazu, die zeigen, dass diese Pfade Stadt- und Landschaftsentwicklungen prägten und beeinflussten (siehe u.a. Andrew Furman, Rem Koolhaas).

Desire Lines sind darüber hinaus Ausdruck des freien Willens, der Möglichkeit, eine Wahl zu haben, Widerstand zu leisten gegen Gegebenes. Fluchtbewegungen und -wege können in diesem Sinne eigene Landkarten zeichnen, in speziellen Ausprägungen in verschiedenen Zeiten mit ihren eigenen Bedingungen, in allen Teilen der Welt. Der elementare Wunsch, ein sicheres, freies Leben zu führen lässt Menschen sich auf den Weg machen, “Desire Lines” erschaffen. Nicht immer erfüllt letztlich das Ziel die Hoffnungen …

Künstler Roland Schefferski

Berlin

Webseite: www.roland-schef­ferski.net

VITA

Lebt und arbeitet in Berlin

1956 - geboren in Katowice, lebt und arbeitet in Berlin und Brandenburg

1971 bis 1976 - Besuch des künstlerischen Gymnasiums in Wrocław

1976 bis 1981 - Studium der freien Kunst an der Staatlichen Hochschule für Bildende Künste in Wroclaw

1984 - Übersiedlung nach Berlin

1989 - Gründung eines eigenen Kunstprojekts – das bis 1991 bestehende Kunstmagazin WEAST, dessen Mitherausgeber er war und das internationale Beachtung fand (u. a. in der Sammlung des Museum of Modern Art, New York).

Ich bin fremd von Roland Schefferski

gezeigte Arbeit

Ich bin fremd

Ich bin fremd von Roland Schefferski

Die Rezipienten meiner Installation sollen nicht mit irgendwelchen Bildern von Flüchtlingen konfrontiert werden. Sie werden mit sich selbst konfrontiert, indem ihnen im wahrsten Sinne des Wortes der Spiegel vorgehalten wird. Beim Betrachten des eigenen Bildes in den für diese Installation eingesetzten Spiegeln, werden sie unerwartet auf subtile Weise in eine zwar leicht irritierende aber auch eine ungewöhnliche Lage versetzt. Zunächst werden sie sich selbst in einem der Spiegel erblicken. Bei der Wahrnehmung der eigenen Person werden sie einen kleinen, anfänglich unlesbaren Schriftzug entdecken. Sie werden erkennen, dass es sich um eine Spiegelschrift handelt und werden versuchen ihn zu lesen.

Auf jedem Spiegel wird der Satz ich bin fremd eingraviert, als ob er die Spiegelung eines Schriftzuges auf der Kleidung des Betrachters wäre. Somit soll die Aussage durch die Selbstwahrnehmung des Betrachters verstärkt werden. Kulturell symbolisiert der Spiegel die Möglichkeit der Selbsterkenntnis. Es ist wichtig, dass wir uns selbst einen Spiegel vorhalten, damit wir unser Verhalten besser verstehen können. Vielmehr als Bewertung unseres Verhaltens gegenüber Fremden interessiert mich der Mechanismus dieses Verhaltens.

Künstler Micha Brendel

Hohendorf/Brandenburg

Webseite: www.micha-brendel.de

VITA

Lebt und arbeitet seit 2010 in Hohendorf /LDS

1959 - geboren in Weida /Thüringen

1980 bis 82 - Volontär und Szenenbildassistent im DDR-Fernsehen

1980 bis 82 - Abendstudium Malerei/Grafik, Kunsthochschule Berlin Weißensee

1982 bis 87 - Studium Bühnenbild, Hochschule für Bildende Künste Dresden

1984 bis 87 - Herausgeber der unabhängigen originalgrafischen Künstlerzeitschrift „U.S.W.“

1982 bis 92 - Gründung und Auftritte der „Auto-Perforations-Artisten“ mit Else Gabriel, Via Lewandowsky und Rainer Görß

seit 1987 freiberuflicher bildender Künstler in Berlin

1991 - Arbeitsstipendium Kunstfonds

1993 - Projektstipendium Stiftung Kulturfonds

1994 - Arbeitsstipendium des Berliner Senats

1997 - Katalogförderung des Berliner Senats

2013 - Preisträger „aquamediale 9“

2018 - Teilnahme am Landschafts-Pleinair in Lübbenau/Spreewald

Schuh von Micha Brendel

gezeigte Arbeit

Gras über die Sache wachsen lassen

Gras wachsen lassen von Micha Brendel

Auf einer Flucht wird alles auf das Überlebensnotwendige reduziert; manchem bleibt nicht die geringste Habseligkeit, außer seiner Kleidung. Schuhe stehen als Symbol für Flüchten, Verlassen, Weggehen, Unterwegssein. Die unkomfortable und existentiellste Form des Fliehens –geschieht zu Fuß. Manchmal tausende Kilometer, in allen Jahrhunderten. Schuhe in allen Größen und Geschlechtern wiederspiegeln, dass es jeden treffen kann: Männer, Frauen, Kinder, alle sozialen Schichten. In den schönen und gepflegten Parkanlagen der Kleinstadt Luckau, des Bürgers Spazieridylle, erscheint mitten unter den frisch gepflanzten Frühlingsblühern ein Mal. Eine Fläche aus verendeten, verkümmerten Pflanzen, denen es an Lebensnotwendigem mangelt.

Daraus ragen aufrecht „gepflanzte“ Schuhe, die die angestammten Pflanzen verdrängen oder ebenfalls um gefällige Betrachtung und Respekt bitten. Das strenge, gleichmäßige Raster der Schuh-Monolithen ruft eine seltsame Verbindung von gartenarchitektonischer Ordnung und den endlosen Reihungen der Soldatengräber hervor. Ein Park im Park.

Die Künstler Rainer Görß und Ania Rudolph

Berlin und Brandenburg

Leben und arbeiten in Berlin und Brandenburg

VITA (RAINER GÖRSS)

1960 - geboren in Neustrelitz, in Berlin getauft, aufgezogen, alphabetisiert, belehrt und eingezogen

1967 bis 84 - Bitterfelder Weg / Tramp / VEB Arbeiter /Koch / Bühnentechniker am Deutschen Theater in Berlin / Obermatrose Volksmarine (NVA)

1984 bis 89 - Bühnenbildstudium / Malereistudium Kunsthochschule Dresden bei Günter Hornig und Johannes Heisig

1989 - Mitglied Verband Bildender Künstler DDR/ Dt.. Künstlerbund

1992 - Freie Akademie der Künste Leipzig

1990 - NRW große Kunstausstellung Förderpreis

1991 - Stipendium Akademie Solitude Stuttgart

1992 - Stipendium Middle American Art Alliance USA

1994 bis 95 - Künstler Projektförderungen Z1

1995 - Stipendium des Kunstfond Bonn

1996 bis 97 - Projektförderung Deutsche Klassenlotterie

1998 - Arbeitsstipendium Kultursenat Berlin

2006 - Projektförderung Hauptstadtkulturfond APA – 1985-90 Autoperforationsartistik, Studien zu Zeichen, Schriftbildern

VITA (ANIA RUDOLPH)

1964 - in Berlin geboren und aufgewachsen

1985 bis 87 - Studium an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee; Studium an der Hochschule für industrielle Formgestaltung Burg Giebichenstein in Halle (Saale)

1991 - Abschluss als Industrie-Designerin, daselbst Mitarbeit in unterschiedlichen Projekten, u. a. Directors Lounge, Galerie A & O, Design-Haus e. V. Design-Hof e. V., Untergrundmuseum U 144, es entstanden Bücher, Kataloge, Broschüren, Internet-Seiten, Graphic- Design-Arbeiten

seit 2007 - freie künstlerische Arbeiten

Weltenbaum von Rainer Görß

gezeigte Arbeit

Weltenbaum

Bauhausbaumhaus von Rainer Görß & Ania Rudolph

In Zusammenarbeit mit Schülern des Bohnstedt-Gymnasiums Luckau Dem Projekt vorausgegangen ist eine intensive Arbeit mit interessierten Gymnasiasten und Kunstlehrerinnen. In seminaristischer Form wurde die Migrationsbewegungen als wiederkehrende zeitlose Erscheinung in unterschiedlichen Formen bis hin zu eingewanderten Pflanzen thematisiert. In der Kerninstallation Weltenbaum sind ausrangierte Schuhleisten als Symbole für erzwungene Wanderungen in loser Hängung gruppiert, die auf dem Rasen jeweils in Halbkreisform angeordnet, von stilisierten Gewehrläufen und von eindringender Flora, die sich invasiv ausbreitet, kommentiert. Auf einer Legenden-Stele und einer Info-Bild-Tafel dokumentieren Schülerarbeiten das breit angelegte immerwährende Thema.

Rainer Görß ist bekannt dafür, dass er den Leuten etwas zumutet. Ihn reizt das schwer Verdauliche, das Nachdenken, Widerspruch oder Zustimmung provoziert. Im Zusammenwirken mit Ania Rudolf und den Gymnasiasten entsteht eine mehrteilige Raum-Installation, die viele Fragen aufwirft und keine vorgefertigten Antworten bereithält.

Künstler Hans Scheib

Berlin und Brandenburg

VITA

Lebt und arbeitet in Berlin und Brandenburg

1949 - geboren in Potsdam, aufgewachsen in Berlin, Schriftsetzer-Lehre, Abitur, Wehrdienst

1971 bis 76 - Studium der Bildhauerei, Hochschule für Bildende Künste Dresden

ab 1976 - freiberuflicher Bildhauer in Berlin / Ost

ab 1985 - freiberuflicher Bildhauer in Berlin / West

1989 - Kleinbronze HYPERION für den Carlo-Schmid-Preis, Carlo-Schmid-Stiftung Stuttgart

1995 - Kunstförderpreis der Akademie der Künste, Berlin; 1.Preis beim Wettbewerb „Denkmal für die ermordeten Juden Europas“ mit Hella Rolfes, Christine Jackob-Marks und Reinhard Stangl (nicht realisiert)

ab 2001 - Mitglied der Freien Akademie der Künste, Hamburg

2004 - Studienaufenthalt in der Villa Romana, Florenz; Werkstatt in Kolchis, Tiblissi / Georgien

2005 - Einladung zur 2. Internationalen Biennale Peking / China

2006 - Projekt Pirosmanis Tisch, Tiblissi / Georgien und Jerewan / Armenien

2007 - Visiting Artist im Oberlin College, Oberlin / Ohio

2008 - Listros-Projekt in Addis Abbeba / Äthiopien

2010 - Breakthrough-Projekt, USA, in Nashville, Aspen, Washington, San Antonio, Einladung zur 4.Internationale Biennale Peking, Kunstmesse Istanbul

2014 - Egmont-Schaefer-Preis 2014, Berlin; Atelierumzug nach Berlin- Spandau

Io von Hans Scheib

gezeigte Arbeit

Io

farbig gefasst, Höhe: 240 cm

Für Hans Scheib ist die griechische Priesterin Io eine starke Symbolfigur für Flucht, Vertreibung und Neubeginn. Die 240 cm hohe expressive Holzplastik ist grob behauen und farbig gefasst.

Io ist die Tochter des griechischen Flussgottes Inachos. Dieser ist ein Sohn von Gott Okeanos, dem Vater aller Flüsse und der Meeresgöttin Thetys war. Io wird bei Hera, der Gattin von Zeus, Priesterin. Von Zeus, dem Herrscher des Olymp, verführt, verwandelt die wütende Hera Io in eine Kuh, die sie vom hundertäugigen Ungeheuer Argos bewachen lässt. Von Gott Hermes, einem Sohn von Zeus befreit, lässt Hera Io daraufhin über viele Länder hinweg von einer Bremse jagen.

Die qualvolle Flucht endet schließlich in Ägypten, wo die vom olympischen Göttervater schwangere Io ihr menschliche Gestalt zurück erhält. Sie entbindet den Sohn Epaphos und steigt zur Göttin Isis auf. Die von Zeus durch zahllose Liebschaften gedemütigte Hera lässt nun auch Epaphos rauben, der von seiner Mutter zurückgeholt und später König von Ägypten wird.

Künstler Jost Löber

Groß Pankow

Webseite: www.jost-loeber.de

VITA

Lebt und arbeitet in 16928 Groß Pankow, OT Horst

1989 bis 93 - Studium an der Hochschule für Kunst und Design in Halle, Bereich Grafik

1993 bis 97 - Studium an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee, Bereich Freie Kunst

seit 1993 - gemeinsam mit Katja Martin Aufbau eines Atelierhauses in Horst / Groß Pankow / Prignitz

seit 1995 - Installation in der Landschaft

seit 1998 - Mitglied im Verband bildender Künstler Brandenburg

seit 1999 - Skulpturen aus Stahl für den Außenbereich

2005/06 - Gründung der Künstlerkooperative atelier im grünen mit Katja Martin (Kommunikation zu künstlerischen Prozessen) Aufbau des Skulpturengartens in Horst / Groß Pankow / Prignitz

2011/12 - Kunst- und Forschungsprojekt des Thünen-Instituts Mecklenburg-Vorpommern und der Fluss e. V. Perleberg

2013 bis 14 - Projektarbeit an Schulen zur Gestaltung von Schul- und öffentlichen Räumen

2016 bis 17 - Teilnahme an d.art – didaktische Weiterbildung für Künstler / Uni Potsdam

2017 - Kunsttandem „Unser Perleberg“ mit Gymnasiasten und Geflüchteten

Offene Arme von Jost Löber

gezeigte Arbeit

Offene Arme

11 Offene Arme von Jost Löber

Die Offenen Arme sind mit einem eher kunstfremden Alltagsmaterial „gemalt“. Der Feuerwehrschlauch kommt aus dem eher kunstfernen Bereich des Rettungswesens. Ein Paar Arme und ausgestreckte Hände – einfach wie ein Emoji. Offene Arme will zu dem im Thema angefragten Feindbild etwas hinzufügen, ein mit mehreren Schichten angelegtes Freundbild. Die damit bezogene Installation aus Stahlrohr, baut auf der geometrischen Form des Halbkreises von 12 Metern Durchmesser auf. Sie liegt auf der Wiese am Uferweg und schreibt eine raumbildende Zeichnung in die Umgebung. Der solcherart gegliederte Raum lädt zum Betreten ein, wobei sich dem Besucher eine weitere Ebene der Vollendung anbietet. In diesem Raum können die Besucher sich selbst in die Position eines „Subjektes mit den offenen Armen“ versetzen und in die Welt schauen.

Künstlerin Catrin Große

Diplom-Malerin

Doberlug-Kirchhain

Webseite: www.catrin-grosse.de

VITA

Lebt und arbeitet in Doberlug-Kirchhain

1991 bis 93 - Studium an der Hochschule für Bildende Künste Dresden, Diplom-malerin/Grafikerin, Meisterschülerin

1994 bis 95 - postgraduales Studium Druckgrafik am Royal College of Art, London, Entwicklung der Ambossdrucktechnik

seit 1995 - freischaffend als Grafikerin/Plastikerin

seit 1998 - Metallskulpturen, Druckgrafik in der eigenen Werkstatt

seit 2002 - Honorartätigkeit: Kreativtechniken, Entwicklung von Angeboten für die Erweiterung des Kunstunterrichts und die Integration künstlerisch-ästhetischer Prozesse in den Lernprozess: fächerübergreifend (ARTuS!-Projekt), Weiterbildung für KunsterzieherInnen

2004 bis 07 - filmische Projekte

2007 - internationales Druckgrafikprojekt in Wrexham, Wales mit Vorträgen und Workshops am Yale College und der Wales University of Art

2013 - Zusammenarbeit mit Chris Bird-Jones (Glaskünstlerin, Wales)

2013 bis 14 - Gestaltung von Atelier und Skulpturengarten Doberlug als Veranstaltungsort

2019 - Weiterbildung für Lehrer und Glasfachleute am Bildwerk Frauenau

gezeigte Arbeit

Unter anderen Umständen von Catrin Große

Unter anderen Umständen

Unter anderen Umständen bezieht sich auf Verlusterfahrungen, die besonders in Kriegszeiten und unmittelbar danach Leben und Alltag vieler Menschen bestimmen. Bei Catrin Große ist es Im konkreten Fall die bedrohte Mutter-Kind-Bindung. Beide Figuren sind anwesend, nur eben unter anderen Umständen als üblich. So, wie eine enge Bindung auch nach Trennung oder Verlust weiterhin besteht. Mit der am mittleren Blindfenster der Chorfassade der Kulturkirche angebrachten Messing-Bronze-Plastik greift Catrin Große eines der ältesten und wichtigsten Motive der Kunstgeschichte überhaupt auf. Frei von Klischees und entfernt von Instinkthaft-Mütterlichem erweisen sich ihre Figuren als von Emotionen und Tiefgang gleichermaßen Gezeichnete, die in reduziertem Ausdruck Melancholie und In-sich-gekehrt-sein verkörpern.

TRAUMA-THERAPIE von Catrin Große

Unter anderen Umständen, Messingbronze im Wachsausschmelzverfahren,
Maße: Höhe ca. 150 cm, Breite ca. 44 cm

TRAUMA-THERAPIE

Den Anlass für das zweite Projekt, direkt am Stadtgraben gegenüber vom Schlossberg, bot ein zugezogener Stachelbaum, dessen zahlreiche Stacheln am Stamm Catrin Große animierten, mit handelsüblichen und farbig gestalteten Flaschenkorken die gefährlich wirkenden Spitzen zu entschärfen. Trauma-Therapie bedeutet soviel wie Schadensbegrenzung mit Heilungsaussichten mittels Farben und deren psychologischer Wirkung auf die Betrachter.

Kunstpreis

Zu sehen ist der Kunstpreis der Spektrale

Wegen der durch den Covid-19 Virus hervorgerufenen Einschränkungen wird der Kunstpreis 2020 ausnahmsweise erst am Ende der Spektrale im September vergeben.

Die gläserne Skulptur wird auch 2020 in bewährter Qualität von der Glaskünstlerin Beate Bolender aus Kasel-Golzig gestaltet.

Schülerprojekte

mit dem Bohnstedt-Gymnasium und Rosa-Luxemburg-Grundschule in Luckau

In den mit Lehrern und Schülern gemeinsam zu erarbeitenden Projekten geht es v. a. darum, anhand von konkreten Erscheinungen aus der Luckauer Stadtgeschichte das Geschichtsbewusstsein unter Schülerinnen und Schülern zu stärken.

Die Künstlergruppe Rainer Görß & Ania Rudolph werden gemeinsam mit Gymnasiasten ein Kunstprojekt entwickeln und realisieren, das gleichberechtigt Aufnahme in die Spektrale 9-2020 finden wird.

Bertreut wird das Projekt von Susann Karras und Frau Kopitzsch, die bereits 2018 eine enge Verbindung zur Spektrale 8-2018 gehalten haben.

Gemeinsam mit dem Geschichtslehrer Volker Böhme werden Gymnasiasten Zeit und Ereignisse um 1945 recherchieren. Zwei Erscheinungen stehen im Fokus dieser temporären Geschichtswerkstatt:

  • Werwölfe in Luckau. Nachforschungen zur Untergrundorganisation der Nationalsozialisten und der Umgang der sowjetischen Besatzungsmacht mit Werwölfen und solche, die dafür gehalten wurden.
  • Nachforschungen zum Umgang mit dem Oberstudiendirektor und Gymnasialdirektor Friedrich Hünermann (NSDAP), der am 24. Mai 1945 im Zuchthaus Luckau inhaftiert und später auf sowjetischen Befehl als sogenannter Terrorist erschossen wurde.

Bertreut wird das Projekt von Susann Karras und Frau Kopitzsch, die bereits 2018 eine enge Verbindung zur Spektrale 8-2018 gehalten haben.

In Zusammenarbeit mit Kindern, die als Flüchtlinge seit 2016 nach Luckau kamen und nun an der Rosa-Luxemburg-Grundschule unterrichtet werden, sollen deren aktuelle Flüchtlingserfahrungen in ein gemeinsames künstlerisches Projekt einfließen.

Die Glaskünstlerin Beate Bolender hat mit der Direktorin Gerlinde Sander bereits in der spektrale 8-2018 ein sehr erfolgreiches Projekt mit 10 Schülerinnen und Schülern aus Afghanistan, Syrien und Deutschland durchgeführt. Das Ergebnis ist seitdem dauerhaft in der Grundschule ausgestellt.

Veranstaltungen im Rahmen der Spektrale 9

Eröffnung der Spektrale 9

Mit Ausnahme der Vernissage am 17. Mai 2020, die wegen der durch die Covid-19 Epidemie bedingten Einschränkungen ausfallen wird, stehen alle angekündigten Veranstaltungen bis auf weiteres unter Vorbehalt. Wir informieren aktuell auf dieser Seite und in der Tagespresse.

17. Mai 2020, 11 Uhr | Kulturkirche Luckau

Vernissage

Moderation: Herbert Schirmer

Vorstellung der Werke der Spektrale 9

Pünktlich um 11 Uhr trafen sich Veranstalter und Künstler, unter Einhaltung des gebotenen Mindestabstandes, zu einer kleinen Eröffnung. Bei einem anschließenden lockeren Spaziergang über das Ausstellungsgelände haben die Künstler ihre Beweggründe, dass Thema so in ihrem Werk umzusetzen, dargelegt.​

28. Mai 2020, 19 Uhr | Kulturkirche Luckau

Germany Year Zero – Deutschland im Jahre Null

Ein italienischer Film von Roberto Rosselini aus dem Jahr 1948. Rosselini (1906-1977) war ein Wegbereiter der italienischen Filmschule des Neorealismus. Er gilt als einer der bedeutendsten Regisseure der Filmgeschichte des 20. Jahrhunderts. Gezeigt wird die Geschichte eines 12-jährigen Jungen, der sich im Nachkriegsdeutschland in einer Welt, die durch Hunger und Überlebenskampf geprägt ist, um den Unterhalt seiner Familie kümmern muss. Die Handlung spielt in der Ruinenstadt Berlin.

Öffentliche Veranstaltung der Spektrale 9 In Zusammenarbeit mit dem Bohnstedt-Gymnasium Luckau – Schülerprojekt

25. Juni 2020, 19 Uhr | Kulturkirche Luckau

Flüchtlinge und Vertriebene 1945 in Luckau und Umgebung

Impulsreferat Thomas Mietk, Archivleiter Kreisarchiv LDS

Podiumsgespräch mit Thomas Mietk, Kreisarchiv LDS, Helga Tucek, Museumsleiterin i. R.

Moderation: Herbert Schirmer

Öffentliche Veranstaltung der Spektrale 9 in Zusammenarbeit mit dem Bohnstedt-Gymnasium Luckau

23. Juli 2020, 19 Uhr | Kulturkirche Luckau

Völkerwanderungen in der Moderne. Heimat. Verlust oder Gewinn?

Vortrag mit Dr. Reinhard Blänkner. Prof. i. R. bis 2017 an der VIADRINA-Universität Frankfurt (Oder); seitdem Senior-Scholar an der kulturwissenschaftlichen Fakultät daselbst

Öffentliche Veranstaltung der Spektrale 9

27. August 2020, 19 Uhr | Kulturkirche Luckau

Kirche als Obdach 1945 und heute?

Umgang mit Flüchtlingen und Vertriebenen nach dem Zweiten Weltkrieg und mit Geflüchtete in der Gegenwart

Martin Meyer, Ev. Pfarrer in St. Nikolai Luckau Impulsreferat

Gesprächsrunde: Marita Riehm, Aktionsbündnis Mensch Luckau; Zeza Reza, Künstler aus dem Iran, Harry Müller, Bürgermeister von Luckau i. R., Carsten Saß, Beigeordneter und Dezernent für Soziales, Jugend, Gesundheit und Kultur, Martin Meyer, Pfarrer in St. Nikolai

Öffentliche Veranstaltung der Spektrale 9

17. September 2020, 15 Uhr | Kulturkirche Luckau

Finissage

Abschlussveranstaltung mit den Künstlern der Spektrale 9

Keine öffentliche Veranstaltung

17. September 2020, 19 Uhr | Kulturkirche Luckau

Öffentliche Veranstaltung der Spektrale 9

Die Abenteuer des Werner Holt

DEFA-Film … Einige Filmszenen mit Flüchtlingen wurden im Stadtraum von Luckau gedreht. Kurzinhalt: Werner Holt und Gilbert Wolzow sind Freunde seit der Schulzeit. Halbe Kinder noch, liegen sie im Frühjahr 1945 in einer Stellung im Osten Deutschlands, die sie gegen die anrückende Rote Armee verteidigen sollen